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Es gilt das gesprochene Wort !

Oberbürgermeister Albert Zankl, Stadt Passau
"Flughafenanbindung "ohne Grenzen" - Die Anbindung unserer Nachbarn Tschechien und Österreich"

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine direkte Fernbahnanbindung des Flughafens München für Ostbayern ist unabdingbar. Diese Notwendig­keit möchte ich in meinem kurzen Statement vor allem aus der Sicht der Stadt und der Wirtschaftsregion Passau, aber auch aus der Sicht unserer Nachbarn Oberösterreich und Südböhmen unterstreichen.

Seit jeher spielt für den Raum Passau die Anbindung an die Landshauptstadt München eine zentrale Rolle. Dies spiegelt sich nicht zuletzt auch in unseren Bemühungen für den Bau der A 94 und unseren seit Jahren erhobenen Forderungen nach einer verbesserten Schienenanbindung zwischen Passau und München wieder. Dies gilt im Besonderen natürlich auch für den internationalen Großflughafen München.

Der Flughafen Franz-Josef-Strauß, der zweitgrößte Flughafen Deutschlands, mit seinen großen inter-nationalen Flugverbindungen, ist ein zentraler und wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaft in unserem Raum - auch weit über die Landesgrenzen hinaus. Ich vertrete daher heute nicht nur die Interessen der Stadt Passau, sondern überbringe gleichzeitig die geschlossene Unterstützung der gesamten Dreiländerregion um Passau bis hineinein in den oberösterreichischen Raum und nach Südböhmen.

So kann ich Ihnen die ausdrückliche Unterstützung durch meinen Kollegen Hanns Dorfner, Landrat des großen Landreises Passau, versichern. Auch die Industrie- und Handelskammer für Niederbayern (IHK) sowie die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz (HWK) unterstützen als Träger der Initiative seit langem und nachdrücklich die Forderung nach einem Bau der "Marzlinger Spange".

Außerdem kann ich Ihnen mitteilen, dass die EUREGIO Bayerischer Wald/Böhmerwald/Mühlviertel wie auch die politische Arbeitsgemeinschaft Unterer Bayerischer Wald, ein Zusammenschluss der politischen Mandatsträger im Unteren Bayerischen Wald, eine Flughafenanbindung in Form der "Marzlinger Spange" in nachdrücklicher Form unterstützen.

Auch die Kreisverwaltungen Budweis, Bezirkshauptmann Dr. Zahradnik und Pilsen, Bezirkshauptmann Dr. Zimmermann, drängen immer wieder, das Flughafenareal in München für den ostbayerischen Raum durch eine vernünftige Bahnanbindung zu erschließen, d.h. letztendlich auch, dass unsere Nachbarregionen den Flughafen München als absolut prioritäre Infrastruktureinrichtung für deren Interessen betrachten. Die Unterstützung für die "Marzlinger Spange" wurde in einer Resolution der politischen Arbeitsgemeinschaft vom Mai diesen Jahres bekräftigt, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, die für den Euregio-Raum notwendigen Infrastrukturmaßnahmen - einschließlich Marzlinger Spange - in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufzunehmen. Diese Resolution, einschließlich der Forderung nach Realisierung der "Marzlinger Spange", wird ausdrücklich mitgetragen auf tschechischer Seite von den Regierungspräsidenten für Budweis und Pilsen sowie auf oberösterreichischer Seite von deren Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.

Auch die Wirtschaftsregion der Donaustädte, ein Zusammenschluss der Donaustädte Regensburg, Straubing, Deggendorf, Passau und Linz unterstützt nachdrücklich eine direkte Flughafenanbindung für den Bahnfernverkehr. Hier möchte ich vor allem auch die Unterstützung der Stadt Linz hervorheben, die sich zusammen mit uns um eine Stärkung der sogenannten "Donaumagistralen" einsetzt. Aber auch eine Verbesserung der Flughafenanbindung München wird aufgrund des in München größeren Angebotes an direkten internationalen Flugverbindungen von Linz befürwortet.

Gerade auch durch die Öffnung zum Osten hin, Tschechien wird 2004 EU-Mitglied, eröffnen sich für die Grenzregion Bayern, Oberösterreich und Tschechien ungeahnte Möglichkeiten. Dabei arbeiten wir bereits heute intensiv mit unseren Nachbarn in Oberösterreich und Südböhmen zusammen. Aus all diesen Kontakten ist mir daher auch bekannt, wie stark das Interesse der Menschen jenseits der Grenzen - und insbesondere in Tschechien - an einer attraktiven Anbindung an den Münchner Flughafen ist.

Aber wie sieht dagegen die Situation heute aus?

Mit der Bahn hat man die Möglichkeit ab Passau mit dem Regionalverkehr nach München zu fahren und dort in die S-Bahn umzusteigen oder aber bereits in Freising in den Flughafen-Shuttle. Bei jeder zweiten Verbindung muss sogar noch in Plattling umgestiegen werden. Die Fahrzeit beträgt ca. 2 Stunden. Mit dem Pkw ist der Flughafen in einer guten Stunde zu erreichen. Sie können sich selbst vorstellen, welches Verkehrs-mittel unter solchen Bedingungen gewählt wird. Dabei würden viele gerne auf den Zug umsteigen, sofern die Bedingungen halbwegs vergleichbar wären.

Mit dem Bau der "Marzlinger Spange" könnten die Voraussetzungen für eine solche attraktive Verbindung geschaffen werden - und zwar nur mit der Marzlinger Spange, da hier der Flughafen München als Durchgangsbahnhof dient. Für Stadt und Landkreis Passau und für unsere Nachbarn in Südböhmen und Oberösterreich fordere ich daher die Rot-Grüne Bundesregierung auf, den Bau der Marzlinger Spange in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufzunehmen. Den Freistaat Bayern möchte ich Bitten, alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um diese Forderung gegenüber der Bundesregierung durchzusetzen.

Ostbayern braucht einen direkten Fernbahnanschluss an den Münchner Flughafen und zwar so schnell als möglich.

Es ist höchste Zeit für die Marzlinger Spange!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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