Presseerklärung1. SchlagzeilenZwei wichtige Forderung schweißen die gesamte Region zwischen Hof und Landshut sowie den aufstrebenden Flughafen München zusammen: Der Wunsch nach einer Fernbahn-Anbindung des Airports aus Richtung Bayerns Osten und der Erhalt des Fernverkehrs auf der "Ostbayern-Magistrale", welche die Regierungsbezirke Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern mit dem Ballungsraum München verbindet. Bei einer Vollversammlung der Initiative "Pro Marzlinger Spange" am 25. 04. 2001 in Landshut ließen führende Vertreter keinen Zweifel daran, dass ein Gebiet mit rund 2,7 Millionen Einwohnern und steigender Wirtschaftskraft auch weiterhin vom nationalen und internationalen Schienen-Personenfernverkehr bedient werden muss. Sie appellierten an den Freistaat Bayern, im bevorstehenden Raumordnungs-Verfahren durch eine richtige Trassen-Wahl das enorme Bahnfahrer-Potenzial des Flughafens Richtung Bayerns Osten für den Erhalt dieses Fernverkehrs-Angebots so optimal wie möglich zu mobilisieren. 2. Im EinzelnenOberbürgermeister Josef Deimer bezeichnete es als Anachronismus, den nunmehr auf Rang neun in Europa stehenden Flughafen München so geplant zu haben, dass er auf der Schiene nur über S-Bahn-Verbindungen und hier auch lediglich aus südlicher Richtung erreichbar ist. Nicht ohne Zufriedenheit blickte das Landshuter Stadtoberhaupt auf die bisherige Arbeit der Initiative zurück. Noch vor zwei Jahren habe man von vielen Entscheidungs-Trägern gehört, für die "Marzlinger Spange" oder einen anderen Fernbahn-Anschluss gebe es keinen Bedarf. Eine in den letzten Monaten erarbeitete Markt-Analyse lasse jedoch auf ein ganz beachtliches Potenzial von rund einer Million Bahnreisenden schließen, die aus Bayerns Osten zum Flughafen kommen könnten. Durch öffentlichen Druck und intensive Hintergrundgespräche habe man die Anmeldung des Projekts für den Bundes-Verkehrswegeplan erreicht und sehe auch mit Zuversicht dem bevorstehenden Raumordnungs-Verfahrens entgegen. Walter Vill, kaufmännischer Geschäftsführer des Flughafens machte für die Entwicklung des Münchner Airports ein äußerst optimistisches Szenario auf: Im Jahr 2000 seien die Passagierzahlen auf über 23 Millionen geklettert. Mit Fertigstellung des Terminals 2 werde München zur zweiten Luftverkehrs-Drehscheibe in Deutschland ausgebaut. Schon im kommenden Sommer könne man daher eine Reihe zusätzlicher interkontinentaler Verbindungen ab München anbieten. Vor diesem Hintergrund dürfe die Verknüpfung "Schiene-Luft" nicht länger hinaus geschoben werden. Die Fernbahn-Anbindung bringe sowohl Vorteile für Bayerns Osten wie auch für den Flughafen. Als dritten positiven Effekt nannte Vill die Stärkung der gefährdeten Interregio-Linie 25. "Mit dem Fall des "Eisernen Vorhanges" ist Ostbayern aus seiner bisherigen Randlage heraus und wird spätestens mit der Erweiterung der EU in das Zentrum Europas rücken." So brachte Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger das Selbstverständnis der Region zwischen Landshut und Hof auf den Punkt. Schon allein wegen dieser neuen Brückenfunktion sei ein gutes Angebot im Schienen-Personen-Fernverkehr unverzichtbar. Dieses sei darüber hinaus ein wichtiger Standort-Faktor für die Wirtschaft. Den Bund erinnerte Schaidinger an seine im Grundgesetz verankerte Verpflichtung, sich nicht nur bei der Schienen-Infrastruktur, sondern auch für ein ausreichendes Angebot an qualitätsvollen Fernverkehrs-Verbindungen zu engagieren. Dem Freistaat schrieb er ins Stammbuch, Bayerns Osten erwarte, dass er unter den zur Diskussion stehenden Trassen-Alternativen jene auswähle, die das größtmögliche Fahrgast-Potenzial erschließt und so für die Region eine zukunftsfähige Lösung darstellt. Ein flammendes Plädoyer für den Erhalt der Interregio-Linie 25 in Ostbayern gab Wunsiedels Landrat ab. Dr. Peter Seißer unterstützte zwar die Gesetzes-Initiative der Länder Bayern und Baden-Württemberg im Bundesrat, den Bund zur Einhaltung seiner Verpflichtungen im Schienen-Personenfernverkehr zu zwingen. Mehr noch als langwierigen Gesetzgebungs-Verfahren vertraue er jedoch auf die Instrumente des Marktes. Der Freistaat Bayern solle in dem Maße, wie sich die Deutsche Bahn AG aus dem Fernverkehr zurückzieht, den hoch subventionierten Nahverkehr bei anderen Anbietern bestellen. Somit schneide sich die DB AG bei ihrem Interregio-Streichkonzert ins eigene Fleisch. In anderen Bundesländern seien bereits eine Reihe von Eisenbahn-Gesellschaften mit der Abwicklung von Nahverkehrs-Leistungen beauftragt. Diese hätten durch marktorientierte Angebote sogar zusätzlichen Verkehr von der Straße auf die Schiene gelockt. Dr. Seißer kann sich das auch auf der "Ostbayern-Magistrale" vorstellen. Aber: "Die Strecke muss dringend ausgebaut werden, damit auf ihr schneller gefahren werden kann, dann können die Züge durchaus mit der parallel verlaufenden Autobahn A 93 konkurrieren. Und sie muss direkt zum Flughafen München geführt werden, dann haben wir auch das notwendige Fahrgast-Potenzial", meinte der Wunsiedeler Landrat abschließend. |
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