Ergebnis der Internet-Umfrage
1. Teilnahme
Die Zahl von 363 Internet-Zugriffen bzw. abgegebenen Fragebögen lässt zwar nicht auf ein repräsentatives Ergebnis schließen. Sie gibt jedoch, wie auch bei der Präsentation bereits angekündigt, einen deutlichen Meinungstrend wider.
Dass sich Bahnfahrer naturgemäß für eine Verbesserung des Angebotes auf der Schiene eher interessieren, verwundert nicht. Interessant ist jedoch der hohe Anteil von Autofahrern (33,9 Prozent).
2. Fahrtziele
43,8 Prozent der Befragten haben ihr Fahrtziel in der Münchner Innenstadt in der Nähe des Hauptbahnhofes. Für diese wird das bisherige Angebot auf der Strecke Landshut - Freising - München Hbf im vollen Umfang erhalten bleiben.
Ein überraschend großer Anteil der Berufspendler (40,8 Prozent) hat ihr Fahrziel am Flughafen oder in den Stadtteilen um den Münchner Ostbahnhof. Diesem hohen Anteil wird die Marzlinger Spange mit Durchbindung zum Ostbahnhof deutliche Vorteile bringen.
3. Verkehrsmittel zum Fahrziel
Jeweils mehr als 85 Prozent der Pendler nach München benutzen die Bahn. Während jene mit Ziel Hauptbahnhof auf direktem Weg dorthin gelangen, kann der Ostbahnhof nur mit einem Umsteigen auf die überlastete S-Bahn-Stammstrecke erreicht werden.
Mehr als ein Viertel der Befragten hat den Flughafen zum Ziel. In diesem Segment ist der Anteil der Bahnfahrer mit 23,2 Prozent erwartungsgemäß eher gering, aber immer noch höher als bei den Flugreisenden (2 Prozent). Wird bei den Beschäftigten am Flughafen ein Anteil von 80 Prozent und mehr Bahnfahrern erreicht, tritt ein erheblicher Verlagerungs-Effekt des Verkehrs von der Straße auf die Schiene ein. Die Statistik spricht von knapp 40.000 Auspendlern aus der Stadt und dem Landkreis Landshut. Laut Analyse der Fa. Intraplan vom November 2001 besteht bei den Beschäftigten des Flughafens aus der Stadt und dem Landkreis Landshut ein Potenzial von 207.800 Personenfahrten pro Jahr.
Anmerkung: Bei den Flugreisenden weist die Analyse aus dem o. g. Einzugsbereich ein Potenzial von 107.900 Personenfahrten/Jahr aus.
4. Akzeptanz der Marzlinger Spange bei den Berufspendlern
Jeweils rund zwei Drittel der Befragten unterstützen die Bahnanbindung des Flughafens München über die Marzlinger Spange und begrüßen eine umsteigefreie Verbindung zum Flughafen. Aufgeschlüsselt nach Fahrzielen schwankt die Zustimmung beim Ziel Hauptbahnhof zwischen 57 und 65 Prozent, Ostbahnhof zwischen 83 und 85 Prozent. Beim Ziel Flughafen liegt sie konstant bei 61 Prozent. Bei dieser Relation fällt die geringe Zahl der Neinstimmen (2 - 3 Prozent) ebenso auf wie der hohe Anteil der Unentschlossenen (35 - 37 Prozent). Offensichtlich liegt vielen am Flughafen Beschäftigten die Möglichkeit einer direkten Schienen-Anbindung zum Flughafen noch in zu weiter Ferne.
Der hohe Anteil von zustimmenden Meinungen derer, die in die Münchner Innenstadt fahren, zeigt auch folgendes: Die Pendler gehen realistischerweise davon aus, dass auch nach Vollendung der Marzlinger Spange das Angebot in der Relation Landshut - Freising - München Hauptbahnhof ungeschmälert und ohne Umweg bestehen bleibt.
Erstaunlich ist, dass sich auch eine Mehrheit von 53,2 Prozent der Autofahrer für die Anbindung des Flughafens über die Marzlinger Spange ausspricht - wohl in der Erwartung, diese dann auch benutzen zu können. Dies wird deutlich, wenn man die Aussagen der Autofahrer näher betrachtet, die den Flughafen zum Ziel haben. Von diesen findet ein Anteil von mehr als 83 Prozent die Forderung nach der Marzlinger Spange gut. Die Akzeptanz liegt bei den Autofahrern in Richtung Münchner Osten bei 52,8 Prozent und bei jenen mit Fahrziel Münchner Innenstadt noch immer bei 41,4 Prozent. Nur ein geringer Anteil von etwa acht Prozent ist grundsätzlich gegen die Maßnahme, während der Rest Unentschlossener wohl zum Ausdruck bringt, dass er von dem Thema nicht betroffen ist.
5. Motivation vom Auto auf die Bahn umzusteigen
Nicht überraschend sind die genannten Beweggründe, einen Autofahrer zu motivieren, künftig das umweltfreundliche Verkehrsmittel Eisenbahn zu nutzen. Die potenziellen Bahnkunden sind hauptsächlich nur zu gewinnen bei Zeitersparnis (51,2 Prozent), umsteigefreier Verbindung (47,4 Prozent); wobei diese beiden Sachverhalte in einem direkten Zusammenhang stehen. Eine weitere wichtige Gruppe von mehr als 30 Prozent legt Wert auf problemlose Parkmöglichkeiten am Ausgangsbahnhof. Die Gründe dafür, auf keinen Fall das Auto stehen zu lassen, gliedern sich in nicht fassbare Einzelmeinungen auf.
6. Aufteilung nach Geschlecht
Grob gegliedert hat sich zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen an der Umfrage beteiligt. Es fällt auf, dass ein höherer Anteil der Männer die Bahn bevorzugt.
7. Herkunft der Befragten
Etwas mehr als 60 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage kommen aus der Stadt Landshut und den angrenzenden Gemeinden. Damit schält sich ein sehr starker Bezug zum Knoten Landshut Hauptbahnhof heraus. Aus der breiten Palette der übrigen Herkunftsorte sind noch Ergoldsbach mit 2,3 Prozent, Buch a. Erlbach mit 2,0 Prozent und Straubing mit 1,7 Prozent erwähnenswert.
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Die Ergebnisse im Detail zum Runterladen (Powerpoint-Folien, 193 KB)
Zu den Folgerungen aus dem Umfrageergebnis
Graphik: Ausbauprojekte Schiene
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Die Umfrage war ein Kooperations-Projekt von DGB-Region, Fachhochschule, Stadt und Landkreis sowie Regionalem Planungsverband Landshut |